Dauerbelastung/Geduldsprobe 

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Der Baustellenlärm ist allgegenwärtig, selbst das geschlossene Fenster vermag nicht ihn fernzuhalten. Ich lese meiner Frau aus Siddharta, Sansara. Ich spreche zwar die Worte doch meine Stimme klingt öde, kratzbürstig und abwesend. Ich habe einen Kater, einen Kater vom Quetiapin durch zu viel Kaffee. Wie sensibel ich bin, wie wenig Abgrenzung ich gerade schaffe. Meine Nase tut weh von dem Schnupftabak den ich in jugendlichen Übermut zu mir genommen, mein Nacken weh von Übungen deren Übung es mir wohl einfach derzeit fehlt. Ich ertappe mich wie ich Schuldige für mein vermeintliches Elend suche während ich eine Zigarette unachtsam neben dem Getippe rauche. Jedem sein Sansara. Der Wind pustet mir ins Gesicht, neue Energie, Sauerstoff, ja das ist es was ich brauche. Eine ordentliche Waschung und Sauerstoff. Der Junge muss an die Luft, der Mann tippt fleißig um das Denken anzukurbeln. Raus den Unmut, die Blätter fallen zu schön vom Himmel, zu gut hat mich meine Muse geküsst um Trübsal zu blasen. Doch die Lärmbelastung bleibt, denn genau dies ist es. Dauerbelastung. Hier ein Päng, dort ein Krach und das permanente schleifen von weiß Gott was. Immer an das höhere Wohl denken, Ökostrom und Trambahnen, bitte lieber Gott lass es Ökostrom sein der die gehetzten Massen von A nach B nach C und Z bringt. Lass diesen Krach nicht umsonst sein, lass die Umwelt nicht umsonst leiden, die Vögel nicht umsonst übertönt wissen. In den Wald soll es heute gehen, in den Tiefen Fichtenwald. Dort wo wir die Vögel hören, wo das Rauschen der Bäume obsiegt. Dort werde ich meine, und sie die ihre Stimme wiederfinden, dort werden wir aufladen was das hoffentlich here Wohl von uns abverlangt. Schuld ist relativ, relativ unwichtig. Ich finde es schön wie ich mir die schlechte Laune verderben kann. 

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