Sein Sein war wahr

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Der Wandel der die Welt bewegt, jeder trägt ihn in sich, allesamt Weltenwanderer. Wir können nicht nur aus Muskeln, Haut, Knochen und Hirn und so weiter bestehen. Da muss so viel mehr sein, so vieles was nicht in Worten , seien sie nun gesprochen oder geschrieben, auszudrücken ist. Oft sitze oder liege ich vor meinem Bildschirm und könnte verzweifeln. Verzweifeln über die Einschränkungen der Sprache, verzweifeln über die Barrieren die uns trennen. Heute habe ich über die Tugend der Blauäugigkeit nachgedacht. Wie schön es ist, zuallererst einmal in allem das Gute und das Schöne zu erwarten. Wie bedauernswert, damit so häufig falsch zu liegen. Die Welt viel zu oft bittere Enttäuschung endend in Überdruss und tiefer Traurigkeit. Strahlender Gegensatz, die vielen guten, die vielen wunderschönen Dinge. Ich stand auf einem Feld, das Ende des asphaltierten Weges vor mir. Der magische Wechsel zwischen Tag und Nacht. Die untergehende Sonne tränkt die Wolken tief in wundervolle, leuchtende Farben. Die Nacht fordert ihre Zeit, umhüllt die sich mir erschließende Welt in einen verlangsamenden, wonnig dämpfenden Mantel. Sterne blitzen und funkeln verheißungsvoll, angezählt doch ungezählt sind sie einfach da, wachen über uns? So viele kleine Wunder welche die Welt ausmachen, oft verborgen hinter dem Schleier der Wertung. Wer ihn ablegt wird staunend vor Freude strahlen. Wer ihn ablegt lebt in meinen Augen. Wer ihn ablegt nimmt wahr, kommt an und bricht gleichzeitig auf. Der ewig währende Augenblick, das Sein an sich. Der Augenblick ist einfach was er ist, ein ewiges verstreichen von der alles regulierenden Maßeinheit, der Zeit. Unsere Zeit ist begrenzt, unsere Zeit ist dehnbar. Wir können uns Zeit nehmen, Zeit schenken, Zeit lassen. Zeit ist das einzige Gut das wir uns nicht erarbeiten, das wir uns nehmen können. Das mit der Geburt gegebene Geschenk, unendliche Freiheit. Danke Mama, danke Papa und allen die euch die Welt, der Welt euch geschenkt haben. Ich komme mir klein vor, klein in meinem Dasein unter Milliarden Menschen, klein unter Billiarden Lebewesen. Manchmal meine ich die Gedanken und Gefühlsströme dieser ungezählten Lebewesen spüren zu können. Der Blick auf eine beleuchtete Stadt, das Horchen in einen rauschenden Wald, es macht mir bewusst wie viel es gibt. Ich bin Teil des Ganzen, das Ganze ist größer als die Summe seiner Teile. Hin zu Schwarm-Intelligenz, weg vom Ego. Stabil wie ein Fels in der Brandung, beweglich wie strömende Gewässer. Verwurzelt wie der älteste Baum, gezeichnet wie die mir bevorstehende runzlige Haut. Ich weiß nicht wer das grade hören muss, wahrscheinlich ich vor allen anderen. Hab dich gefälligst lieb, sei stolz, sei einfach. Gute, behütete Nacht.

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