Heureka

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Bei meiner morgendlichen Zigarette, welche ich heute in unmittelbarer Nähe zum Frankfurter Hauptbahnhof hatte, konnte ich nicht anders als eine gewagte Hypothese aufzustellen. Meiner wissenschaftlich erörterten Meinung nach besteht ein direkter Zusammenhang zwischen der Häufigkeit an urinierenden Obdachlosen neben dem Hosteleingang und dem Preis für ebendieses Hostel. Nicht dass das Hostel an sich schlecht wäre, lediglich der massive Strom an Morgenurin der zu meiner rechten plätscherte hat mich aus meiner Schlaftrunkenheit gerüttelt und nachdenklich gestimmt. Ich erinnere mich an meinen Text ‚unter der Sonne‘ und hinterfrage meine in der Wut rasch gewählten Worte. Auf 20€/Nacht in einem Hostel kommt bisher ein (1) urinierender Obdachloser. Fraglich ist, ob bei 40€/Nacht in einem teureren Hostel dann ein halb Obdachloser uriniert oder ob sich die Entfernung zum Hoteleingang lediglich vergrößert (von 40cm auf 80cm?). Eventuell variiert die Menge an Ausscheidungen, gegebenenfalls wird auch lediglich der Geruch weniger beißend. Ich werde wachsam durch Frankfurt schreiten, meine Studien mit größter Sorgfalt und unter Einsatz meiner Unangepisstheit verfolgen sowie meine eifrigen Leser so schnell als möglich über eventuelle Fortschritte informieren.

Nach reiflichen Studien innerhalb der Frankfurter Innenstadt verhärtet sich mein erster Verdacht. Zwar konnte ich keine weiteren ,in Aktion‘ Beobachtungen mehr ergattern, dennoch vertraue ich meinem Geruchssinn (er gleicht dem eines Mops) und sehe mich in meiner These bestätigt. f(x)=preis für Hostel/Obdachlose^Uringeruch. Ein kleiner Schritt für mich, ein gravierender für die Wissenschaft.