Die Tränen kommen, ich kann es nicht verhindern. Ich sehe den Bildschirm verschwommen und unscharf. Ich weiß nicht wirklich was los ist, warum ich weinend in meinem Bett liege und kein Licht mehr sehe. Warum sich alles so sinnbefreit und dumm anfühlt. Warum ich nicht mit mir klarkomme, klarkomme mit der Flut die mich erfasst hat. Ich bin auch stolz, stolz wieder weinen zu können, jahrelang habe ich keine einzige Träne vergossen obwohl es mehr als ein paar mal angebracht gewesen wäre. Ich fühle mich alleingelassen, alleingelassen mit mir selbst. Ich rede mir ein mich zu mögen, gerne auf dieser Welt zu sein und so viel mitzunehmen von dem Geschenk des Lebens wie es nur geht. Doch es ist oft einfach eine Fassade, das perfekte Versteck für mich selbst, das perfekte Versteck vor mir selbst. Tief in mir drin ist etwas kaputt, etwas das ich weder benennen noch heilen kann. Ich bin alleine an einem fremden Ort mit fremden Menschen und ich kann und will nicht mehr. Ich gebe mich dem depressiven Strudel hin, er hat kein Sahnehäubchen. Ich denke an alles schlimme was ich getan habe, alles was mir angetan wurde. Da ist gerade nur Schmerz und ich schaffe es nicht den Hörer in die Hand zu nehmen um mit jemandem zu sprechen. Worüber auch. Was hätte es für einen Sinn. Was kann irgendjemand anders mir schon helfen. Du bist traurig? Ich bin da! Ich weiß… nur bringt mir das nichts. So beschissen sich das anhören mag aber so ist es doch. Am Ende ist man allein, alleine mit sich selbst. We all die alone. Die Tränen gehen nicht, sie kullern, dicke Tropfen die leicht auf meiner Haut brennen, ich will sie nicht wegwischen, will mich weiter reudig fühlen. Wo soll all das hinführen, warum nicht einfach betäuben, alles ausblenden, bis es nicht mehr geht bis alles zu Ende ist. Und ja ich Kotze mich bei meinen eigenen Gedanken wieder an, weiß das morgen ein neuer Tag ist, weiß dass ich wieder anders denken und fühlen werde. Aber ich lebe im hier und jetzt und das hier und jetzt nimmt mich grade ohne Spucke mit Anlauf von hinten. Ich will mich einwickeln, weinen und in den Arm genommen werden. Hier ist niemand da von dem ich das bekommen kann und will, hier bin ich auf mich gestellt, muss hart sein, muss ein dickes Fell haben. Das geht auch nach außen aber innen, innen ist es düster. Die verfluchte Gewissheit, dass eine Line es wegmachen würde, Ruhe auf Knopfdruck, kalte Kontrolle über mich und meine Wehwehchen.
Ich wische die Tränen ab und richte mich im Bett auf, die Füße auf den Boden abgestellt. Ich atme durch.
Wird schon.